Kurz-Liebesgedichte

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Gedichtbuch: Zum Reimen schön

Gedichte über die Liebe

Im ersten kurzen Liebesgedichte ist die Liebe eine Frage des Gebens: Liebe, die von Herzen liebt. Goethe spottet in seinem Liebesspruch über alle, die nicht mehr lieben. Das Liebesgedicht von Marie Ebner-Eschenbach deutet jedoch erste Schattenseiten an. Emanuel Geibel sieht sogar aprilartige Tendenzen in seinem Kurz-Liebesgedicht. Doch am Schluss konstatiert Robert Eduard Prutz, dass die Liebe zum Äußersten bereit ist.

Liebe, die von Herzen liebt ...

Liebe, die von Herzen liebt,
Ist am reichsten, wenn sie gibt;
Liebe, die von Opfern spricht,
Ist schon rechte Liebe nicht.

(Emanuel Geibel)

Das Beste

Wenn dir's in Kopf und Herzen schwirrt,
Was willst du Bessres haben!
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt,
Der lasse sich begraben!

(Johann Wolfgang von Goethe)

Grenzen der Liebe

Alles kann Liebe:
zürnen und zagen,
leiden und wagen,
demütig werben,
töten, verderben,
alles kann Liebe.

Alles kann Liebe:
lachend entbehren,
weinend gewähren,
heißes Verlangen
nähren in bangen,
in einsamen Tagen -
alles kann Liebe -
nur nicht entsagen!

(Marie Ebner-Eschenbach)

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Die Liebe gleicht dem April ...

Die Liebe gleicht dem April:
Bald Frost, bald fröhliche Strahlen,
Bald Blüten in Herzen und Talen,
Bald stürmisch und bald still,
Bald heimliches Ringen und Dehnen,
Bald Wolken, Regen und Tränen -
Im ewigen Schwanken und Sehnen
Wer weiß, was werden will!

(Emanuel Geibel)

Liebe

Was die Liebe kann begehren,
Liebe darf es frei gewähren.

Was von Liebe ward verschuldet,
Gern von Liebe wird's geduldet.

Alles Fehlen, alles Irren,
Liebe weiß es zu entwirren;

Trägt mit seliger Gebärde
Alle Not und Schuld der Erde;

Am Geliebten jeden Flecken
Weiß sie sorgsam zu verdecken;

Ja, ihn völlig freizusprechen,
Lächelnd teilt sie sein Verbrechen.

(Robert Eduard Prutz)

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